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3D Technologie

Das Bauen von Morgen im Praxistest


Aude Chabrelie und ihr Team entwickeln derzeit erfolgreich ein Verfahren für den 3D-Druck mit Beton. Bald soll die Technik erstmals auf der Baustelle zum Einsatz kommen – mit einem Betonobjekt, das aus den lokalen Rohstoffen Zement, Sand und Kies der Vigier-Unternehmen gedruckt ist.

Das langfristig angelegte Projekt wird von den Mutterhäusern Vigier und Vicat unterstützt. Vigier setzt grosse Erwartungen in das neue Produktionsverfahren, das der Baubranche Möglichkeiten eröffnet, die Produktivität zu verbessern. Denn bereits heute ist gewiss, dass sich der Werkstoff Beton hervorragend für den Druckprozess eignet und dass aufwendige Arbeitsschritte rund um den Schalungsbau mit diesem wirtschaftlichen Verfahren teilweise hinfällig werden.
 

Erfolgreicher Test

Eine Serienproduktion sei erst sinnvoll, wenn man die eigenen Ansprüche an die Qualität und die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens erfüllen könne, sagt Aude Chabrelie und fügt an: «Mit den aktuellen Projekten wollen wir herausfinden, wofür sich das Verfahren am besten eignet.» Ein Augenschein in einer speziell für die Tests eingerichteten Werkhalle zeigt, dass die Zukunft der Betonfertigung tatsächlich schon begonnen hat. In kaum einer Stunde baut der 3D-Drucker einen regelmässig geformten und stabilen Betonbehälter auf. Der sechsachsige Industrieroboter verwendet dabei einen einfachen Beton mit feiner Gesteinskörnung.
 

Zusammenarbeit mit Bauunternehmen

Jeder Versuch bringt neue Erkenntnisse. Noch sind Details zu optimieren und Fragen zu klären wie: Welcher Beton mit welchen Zusatzstoffen lässt sich mit welcher Düse am besten verarbeiten? Genauso wie mit technischen Aspekte beschäftigt sich das Projekt aber auch mit dem Markt und den Kundenbedürfnissen. Deshalb arbeitet Creabeton Matériaux bereits mit Bauunternehmen zusammen, um möglichst bald eine «reale» Anwendung der neuen Technologie zu testen. Aude Chabrelie ist vom Potenzial der automatisierten und schalungsfreien Betonfertigung überzeugt: «Der grosse Nutzen liegt in der Integration der Produktion in die digitale Kette. Das Ziel ist, dass der Kunde das CAD-File eines von ihm designten Objekts hochladen kann und unser Roboter mit den Daten in kürzester Zeit das massgeschneiderte Produkt herstellt – bei uns in der Fabrik oder direkt auf der Baustelle.»

Verfahren 3D-Druck